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HR-Prozesse automatisieren: Welche Abläufe sich lohnen

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  • Ein Betrieb mit 20 Mitarbeitenden pflegt Urlaub oft per Excel-Liste und E-Mail und wendet dafür im Schnitt 6 bis 10 Stunden pro Monat auf. Das zeigt die interne Erfahrung von Aimani aus Kundenprojekten.
  • Bewerbermanagement-Software wie Personio oder Softgarden sortiert Bewerbungen und leitet sie weiter. Das Gespräch mit der Bewerberin oder dem Bewerber ersetzt sie nicht.
  • Ein HR-Tool ist in einem Kleinbetrieb selten unter vier Wochen eingeführt, weil die Altdaten aus Excel und Papierakten erst übertragen werden müssen. Das zeigen Erfahrungswerte aus Kundenprojekten von Aimani.
  • Kündigungsgespräche, Konfliktklärung und Gehaltsverhandlungen bleiben auch nach vollständiger Automatisierung Aufgabe eines Menschen. Diese Einschätzung teilen Personio und IBM in ihren Übersichten zur HR-Automatisierung.
  • Zeiterfassung und Lohnvorbereitung lassen sich koppeln. Voraussetzung ist eine gemeinsame Schnittstelle, etwa ein DATEV-Export. Fehlt sie, bleibt der Abgleich Handarbeit.

Welche HR-Prozesse binden im Alltag die meiste Zeit

In kleinen Betrieben ohne eigene Personalabteilung binden fünf Aufgaben die meiste Zeit. Bewerbungen sichten, neue Mitarbeitende einarbeiten, Urlaub verwalten, Arbeitszeiten erfassen, Daten für die Lohnabrechnung zusammentragen. Keine davon ist für sich genommen groß.

In der Summe binden sie mehrere Stunden pro Woche, das zeigen interne Erfahrungswerte aus kleinen Betrieben. Wer fragt, welche Prozesse es im HR gibt, bekommt meist vier Bereiche genannt: Recruiting, Onboarding, laufende Verwaltung und Lohnabrechnung. In jedem stecken Teilschritte, die sich wiederholen.

Genau diese Wiederholung macht die Teilschritte für Software interessant. Ein Programm arbeitet einen festen Ablauf zuverlässig ab. Eine wechselnde Zahl von Mitarbeitenden erledigt ihn dagegen nebenbei. Dabei entstehen Lücken.

TeilprozessGeschätzter Aufwand pro MonatAutomatisierbarkeit
Bewerbungen sichten und beantworten4 bis 6 Stundenhoch
Onboarding-Unterlagen zusammenstellen2 bis 4 Stundenhoch
Urlaubsanträge prüfen und eintragen3 bis 5 Stundenhoch
Arbeitszeiten erfassen und prüfen2 bis 3 Stundenmittel
Daten für Lohnabrechnung zusammentragen3 bis 4 Stundenmittel
Mitarbeitergespräche und Konfliktklärungvariabelgering
Zeitaufwand und Automatisierbarkeit ausgewählter HR-Teilprozesse in einem Betrieb mit rund 20 Mitarbeitenden

Bewerbermanagement: von der Ausschreibung bis zur Zusage

Bewerbermanagement-Software sortiert eingehende Bewerbungen nach Stellen, schickt eine kurze Antwort zurück und erinnert daran, wenn eine Rücksprache offen ist. Genau diesen Teil des Recruitings bewerben Anbieter wie Personio, Softgarden oder umantis. Wer nur wenige Stellen im Jahr besetzt, kommt oft schon mit einem Formular aus, das die Eingänge nach Ordnern sortiert.

Nicht automatisierbar bleibt die Auswahl selbst. Ein Algorithmus gleicht Stichworte im Lebenslauf ab. Ob eine Person ins Team passt, entscheidet weiterhin ein Mensch im Gespräch. Wer diesen Schritt outsourct, verliert nach Beobachtung aus Kundenprojekten von Aimani häufig den Bezug zur eigenen Unternehmenskultur.

Onboarding neuer Mitarbeiter automatisieren

Beim Onboarding wiederholen sich vier Schritte bei jeder Einstellung. Vertrag verschicken, Zugänge für E-Mail und Software einrichten, Einweisungstermine planen, Formulare für Sozialversicherung und Steuer einsammeln. Das lässt sich als Checkliste hinterlegen, die bei jedem neuen Vertrag von selbst startet.

Ein Beispiel: Sobald ein Arbeitsvertrag digital unterschrieben ist, startet ein automatisierter Ablauf. Er legt den Datensatz im Zeiterfassungssystem an. Er verschickt die IT-Zugänge. Zusätzlich erinnert er die zuständige Fachkraft daran, ein Willkommensgespräch zu terminieren.

Wie sich solche Abläufe technisch verknüpfen lassen, zeigen wir allgemein im Beitrag zu Beispielen für Prozessautomatisierung. Der persönliche Teil bleibt davon unberührt. Gemeint sind das erste Gespräch und die Vorstellung im Team.

Urlaubs- und Abwesenheitsverwaltung ohne Excel-Listen

Excel-Listen für Urlaubsanträge haben einen bekannten Fehler. Sie werden nicht synchron gepflegt. Zwei Personen tragen gleichzeitig etwas ein. Eine Version geht verloren, eine dritte Person sieht den aktuellen Stand nicht. Digitale Urlaubsverwaltung löst das. Alle Beteiligten sehen dieselbe Datenquelle.

Die Genehmigung selbst lohnt sich nur teilweise zur vollständigen Automatisierung. Ein Regelwerk kann prüfen, ob genug Resturlaub vorhanden ist. Es kann auch prüfen, ob die Abwesenheit mit anderen kollidiert. Ob ein Urlaubswunsch in einer arbeitsintensiven Phase trotzdem genehmigt wird, entscheidet weiterhin eine Führungskraft.

Zeiterfassung und Lohnvorbereitung koppeln

Zeiterfassungssysteme wie eine Stempeluhr-App liefern nur Rohdaten. Bis zur Lohnabrechnung fehlen drei Schritte: Zuschläge berechnen, Fehlzeiten abgleichen, die Werte an den Steuerberater oder eine DATEV-Schnittstelle übergeben. Ohne Kopplung tippt jemand sie von Hand in ein zweites System.

Diese Kopplung gehört zu den Fällen, in denen sich technische Prozesse automatisieren lassen. Ein Mensch muss dabei inhaltlich nicht eingreifen. Die Zahl bleibt gleich, nur der Weg dorthin wird kürzer. Fehler entstehen dann seltener durch Tippfehler. Häufiger liegt die Ursache in falsch eingerichteten Regeln. Diese müssen einmalig kontrolliert werden.

Was sich nicht automatisieren lässt und warum

Kündigungsgespräche, Konfliktklärung im Team und Gehaltsverhandlungen bleiben menschliche Aufgaben. Diese Einschätzung teilen sowohl Personio als auch IBM in ihren jeweiligen Übersichten zur HR-Automatisierung. Der Grund ist einfach: Diese Gespräche verlangen Einfühlung. Sie verlangen auch die Fähigkeit, im Moment auf eine Reaktion einzugehen, die kein Regelwerk vorhersieht.

Software kann einen Termin für ein schwieriges Gespräch vorschlagen. Das Gespräch selbst führt sie nicht.

Dasselbe gilt für den persönlichen Eindruck von Bewerbenden, für die Entscheidung über eine Beförderung und für Konflikte zwischen Kolleginnen und Kollegen. Wer diese Bereiche automatisiert, verschiebt das Problem nur. Am Ende sitzt trotzdem ein Mensch vor einer Entscheidung, die ihm keine Software abnimmt.

Kosten und Aufwand für die Einführung realistisch einschätzen

Was HR-Software kostet, hängt stark davon ab, wie viele Menschen im Betrieb arbeiten, wie viel das Werkzeug können soll und wer es liefert. Eine Zahl ohne Kenntnis des Einzelfalls wäre geraten. Die Zeit lässt sich dagegen gut schätzen.

Zeit kosten drei Dinge: die Datenübernahme aus Excel und Papierakten, die Schnittstellen, die Schulung. Zusammen sind das selten weniger als vier Wochen. Das zeigen Erfahrungswerte aus Kundenprojekten von Aimani.

Wer Prozesse automatisieren lassen möchte, sollte vorher prüfen, wie viele Prozesse überhaupt betroffen sind. Ein einzelnes Tool für Urlaubsverwaltung ist schneller eingeführt als eine vollständige HR-Suite. Eine solche Suite bündelt Recruiting, Onboarding und Lohnvorbereitung in einem System. Das bedeutet entsprechend mehr Einrichtungsaufwand. Für kleine Betriebe mit unter zehn Mitarbeitenden lohnt sich meist der kleinere Schritt zuerst.

Eine allgemeine Einordnung von Aufwand und Nutzen bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen finden Sie auf unserer Leistungsseite. Dort geht es nicht nur um HR, sondern um Abläufe wie Angebote, Rechnungen und Terminvergabe insgesamt.

In drei Schritten zur automatisierten HR-Abteilung

Prozesse automatisieren im Kleinunternehmen gelingt selten auf einen Schlag. Drei Schritte haben sich in der Praxis bewährt.

  • Schritt eins: Die Teilprozesse mit dem größten monatlichen Zeitaufwand identifizieren, etwa anhand der Tabelle weiter oben in diesem Artikel. Am besten vier Wochen lang mitschreiben statt zu raten.
  • Schritt zwei: Einen einzelnen Prozess mit hoher Automatisierbarkeit auswählen, etwa Urlaubsverwaltung oder Onboarding-Checkliste, und dort ein Werkzeug testen.
  • Schritt drei: Nach vier bis acht Wochen prüfen, ob die eingesparte Zeit den Einrichtungsaufwand rechtfertigt, bevor der nächste Prozess folgt.

Dieses schrittweise Vorgehen unterscheidet sich von der Herangehensweise, die auf Enterprise-Anwendungen ausgelegte Anbieter oft empfehlen. Dort wird häufig die vollständige Suite in einem Zug eingeführt. Für einen Betrieb ohne eigene Personalabteilung ist das selten der richtige Startpunkt.

Mehr zu allgemeinen Beispielen aus der Praxis, auch außerhalb von HR, finden Sie im Beitrag zu wiederkehrenden Geschäftsausgabenprozessen.

Häufige Fragen

Gut geht es dort, wo der Ablauf feststeht: Bewerbungen sortieren, Checklisten für neue Leute, Urlaub verwalten, die Zeiterfassung an die Lohndaten koppeln. Schwer bleibt alles, was ein Gespräch ist: das Gespräch mit Bewerbenden, Streit im Team, Gehalt, Kündigung.

Prozesse mit festem, wiederkehrendem Ablauf und wenigen Ausnahmen eignen sich am besten, etwa das Versenden von Vertragsunterlagen oder das Prüfen von Resturlaub. Prozesse, die persönliche Einschätzung verlangen, eignen sich nicht.

Im HR unterscheidet man üblicherweise vier Bereiche: Recruiting, Onboarding, laufende Verwaltung während der Beschäftigung und Lohnabrechnung. Jeder Bereich enthält mehrere Teilschritte mit unterschiedlichem Automatisierungspotenzial.

Prozessautomatisierung bedeutet, dass ein festgelegter Ablauf ohne wiederholtes manuelles Eingreifen durch eine Software ausgeführt wird. Im HR-Bereich betrifft das etwa das automatische Versenden von Dokumenten oder das Übertragen von Daten zwischen Systemen.

Es gibt keine allgemein beste HR-Software für kleine Betriebe, weil die passende Wahl von Mitarbeiterzahl, Budget und bestehenden Systemen abhängt. Anbieter wie Personio, umantis oder Softgarden decken unterschiedliche Schwerpunkte ab. Ein pauschaler Vergleich ohne Kenntnis des Einzelfalls wäre unseriös.

Konkrete Kosten hängen von Mitarbeiterzahl, Anzahl der betroffenen Prozesse und gewähltem Anbieter ab und lassen sich ohne Kenntnis des Einzelfalls nicht seriös beziffern. Realistisch einplanen sollte man dagegen den Zeitaufwand für Datenübernahme und Schulung, der oft mehrere Wochen beträgt.

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