Gemini Ads: Was Google angekündigt hat und was daraus folgt
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„Gemini Ads" ist ein Begriff, den der Markt gebildet hat, nicht Google.Er fasst mehrere Dinge zusammen, die technisch und zeitlich auseinanderliegen, und genau daraus entstehen die meisten Fehlplanungen.Dieser Artikel trennt, was am 3. September 2026 offiziell angekündigt ist, von dem, was Branchenberichte erwarten.
Was Google tatsächlich angekündigt hat
Am 20. Mai 2026 hat Google im eigenen Ads-und-Commerce-Blog unter dem Titel „A new generation of ads for the AI era of Search" vier Formate vorgestellt.Alle vier beziehen sich auf den AI Mode in der Google-Suche.
| Format | Was es tut | Status laut Ankündigung |
|---|---|---|
| Conversational Discovery ads | Anzeigen im Gesprächsverlauf des AI Mode | im Test |
| Highlighted Answers | Hervorgehobene Antwort einer Marke innerhalb der KI-Antwort | im Test |
| AI-powered Shopping ads | Produktanzeigen, aus dem Merchant Center gespeist | „in den kommenden Monaten" |
| Business Agent for Leads | Ein Agent, der Anfragen entgegennimmt statt nur zu verlinken | „in den kommenden Monaten" |
Zwei Dinge nennt die Ankündigung nicht: kein Startdatum und keine Länder.Genannt werden Pilotkunden wie Chewy, Gap, L'Oréal, Booking und Expedia, also durchweg große Marken aus dem US-Markt.
AI Mode und Gemini-App sind nicht dasselbe
Das ist die Unterscheidung, an der die meisten Beiträge zum Thema vorbeigehen.
- Der AI Mode ist ein Modus innerhalb der Google-Suche. Er hat eine Suchanfrage als Auslöser, eine Ergebnisseite und damit einen Ort, an dem Anzeigen seit jeher stehen. Hierauf beziehen sich alle vier angekündigten Formate.
- Die Gemini-App ist ein eigenes Produkt. Sie hat kein Suchergebnis, sondern einen Gesprächsverlauf. Für sie gibt es Stand 3. September 2026 keine offizielle Ankündigung von Werbeformaten.
Was Branchenberichte erwarten, und wie belastbar das ist
Der meistzitierte deutsche Beitrag zum Thema nennt das dritte Quartal 2026 als Startzeitpunkt für Anzeigen in Gemini.Die Quelle dafür ist ausdrücklich eine inoffizielle Bestätigung durch einen Google-Mitarbeiter, nicht eine Veröffentlichung.Im März 2026 hatte ein ranghoher Google-Vertreter Werbung in Gemini öffentlich als möglichen nächsten Schritt bezeichnet, ohne Zeitplan.
Beides ist ein Hinweis, keine Zusage. Wir führen es hier auf, weil es die verbreitete Erwartung erklärt, und trennen es deshalb sichtbar von der Ankündigung oben.Bei ChatGPT Ads ließ sich dasselbe Muster beobachten, nur andersherum: Dort lief die Produktoberfläche des Werbekontos der Dokumentation sechs Tage voraus. Wer auf das Hilfe-Center gewartet hätte, wäre zu spät gekommen.
Was jetzt sinnvoll ist
Die Arbeit, die sich lohnt, ist von der Freischaltung unabhängig. Sie entscheidet darüber, was die ersten Wochen kosten.
- Messung vor Reichweite. Anzeigen im AI Mode erzeugen einen anderen Klickweg als klassische Suchanzeigen. Ohne sauberes Conversion-Tracking lässt sich hinterher nicht sagen, ob das neue Format etwas gebracht hat oder nur Budget umverteilt.
- Produktdaten pflegen. Zwei der vier Formate speisen sich aus dem Merchant Center. Lückenhafte Produktdaten begrenzen die Auslieferung, bevor irgendeine Gebotsstrategie greift.
- Antworten formulieren, nicht Slogans. Das Format „Highlighted Answers" zeigt eine Antwort innerhalb der KI-Antwort. Wer nur Werbesätze vorrätig hat, hat für dieses Format kein Material.
- Den Kanal nutzen, der offen ist. In ChatGPT lassen sich seit dem 4. September 2026 aus dem EWR und der Schweiz Kampagnen selbst buchen. Wer dort jetzt misst, lernt über KI-Werbung an echten Zahlen statt an Ankündigungen.
Zum letzten Punkt haben wir das Nötige an anderer Stelle zusammengetragen: wie eine Kampagne in ChatGPT eingerichtet wird, womit bei den Kosten zu rechnen ist und was im EWR datenschutzrechtlich gilt.
Der Unterschied zu ChatGPT Ads
Beide Systeme setzen Werbung in KI-Antworten, unterscheiden sich aber im Ausgangspunkt.
| Google AI Mode | ChatGPT | |
|---|---|---|
| Auslöser | eine Suchanfrage | ein Gesprächsverlauf |
| Buchung | über das bestehende Google-Ads-Konto | über ein eigenes Werbekonto |
| Stand 03.09.2026 | Formate im Test, kein Datum, keine Länder genannt | im EWR und der Schweiz ab 04.09.2026 selbst buchbar |
| Aussteuerung im EWR | nicht veröffentlicht | ohne Personalisierung, nur Kontext, grober Standort, Tageszeit, Gerät |
Die letzte Zeile ist der Punkt, an dem eine übernommene US-Kampagne im EWR scheitert.Ausführlich steht das im Vergleich ChatGPT Ads gegen Google Ads.
Häufige Fragen
Nicht als buchbares Produkt für die Gemini-App. Google hat am 20. Mai 2026 vier Anzeigenformate für den AI Mode in der Suche angekündigt, zwei davon im Test, zwei für „die kommenden Monate". Für die Gemini-App selbst gibt es Stand 3. September 2026 keine offizielle Ankündigung.
Der AI Mode ist ein Modus innerhalb der Google-Suche und wird durch eine Suchanfrage ausgelöst. Gemini ist eine eigenständige App mit Gesprächsverlauf. Die angekündigten Werbeformate beziehen sich auf den AI Mode, nicht auf die App.
Dazu gibt es keine offizielle Angabe. Branchenberichte nennen das dritte Quartal 2026, stützen sich dabei aber ausdrücklich auf eine inoffizielle Aussage eines Google-Mitarbeiters. Die offizielle Ankündigung vom Mai 2026 nennt weder Datum noch Länder.
Nach dem bisherigen Stand nicht. Die angekündigten Formate laufen über das bestehende Google-Ads-Konto und die vorhandenen Kampagnenstrukturen. Das unterscheidet sie von ChatGPT Ads, wo ein eigenes Werbekonto nötig ist.
Drei Dinge, die unabhängig vom Termin wirken: sauberes Conversion-Tracking, gepflegte Produktdaten im Merchant Center, und Texte, die eine Frage beantworten statt zu werben. Wer parallel in ChatGPT misst, sammelt zusätzlich echte Erfahrungswerte über Werbung in KI-Antworten.
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